Sitzung des Stadtrates der Stadt Bendorf/Rhein am 08. Dezember 2020
Finanzrechnung 2019
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Siegmund kandidiert bei einer Landtagswahl. Er ist kein krimineller Clan-Chef, kein gewalttätiger Islamist, kein schlagender Skinhead und kein autoabbrennender Gegner der freien Marktwirtschaft. Er führt eine politische Bewegung in einer Landtagswahl, die viele schlechte Ideen hat, die gefährlich für den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt werden könnte und die ein Welt- und Menschenbild hat, das so daneben ist, dass ich fast schon Mitleid habe.Das Titelbild ist aber auch deshalb dämlich, weil es ein riesiger PR-Coup für die AfD war. Ich denke, mindestens zwei Prozent des AfD-Ergebnisses am 6. September gehen auf das Konto des „Spiegel“.Aber den Gipfel der Idiotie hat in dieser Frage nicht das Hamburger Nachrichtenmagazin erreicht, sondern der Mitteldeutsche Rundfunk. Dort wurden in dieser Woche die Sendungen unterbrochen. Zu sehen gab es ein schwarzes Bild und dann die Aufklärung:„Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt? Und damit auch kein MDR Sachsen-Anhalt heute? Das könnte passieren.“Dazu gab es noch ein „einordnendes“ Gespräch mit dem MDR-Intendanten, der darauf verwies, was blühen könnte, würde die AfD regieren und den MDR-Staatsvertrag kündigen.Die vermeintliche Warnung ist vor allem eines: Wahlwerbung für die AfD in einem der größten Medien des Landes. Den „Spiegel“ konnte ich schon vor Jahren abbestellen. Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk muss ich wie jeder andere mitfinanzieren. Ich habe ehrlich gesagt wenig Lust, auch noch dafür zahlen zu müssen, dass mein politischer Gegner so eine PR geschenkt bekommt.Eigentlich müsste der MDR die Aktion als Wahlkampfspende an die AfD deklarieren. Es ist wirklich zum Verrücktwerden.Und es ist auch rechtlich nicht zulässig, dass ein öffentlich-rechtliches Medium derart schamlos in einen Wahlkampf eingreift.Im Übrigen ist es ein komplett normaler und legitimer Vorgang, Staatsverträge zu kündigen. Der frühere CDU-Ministerpräsident in Schleswig-Holstein, Gerhard Stoltenberg, hat dies schon einmal mit dem NDR-Staatsvertrag getan. Die Frage ist, was stattdessen kommen wird, um die sehr expliziten Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts aus seiner Rundfunkrechtsprechung einzuhalten. Hier hat die AfD keine Antworten, aber viele Nebelkerzen.Im Umgang mit der AfD scheinen alte Maßstäbe nicht mehr zu gelten. In der „taz“ wird munter über notwendige Militanz fabuliert, „Campact“ hat eine Liste von 62 YouTube-Kanälen identifiziert, die mit einem Werbeboykott überzogen werden sollen. Es geht hier offenbar nicht um die Rettung der Demokratie, sondern um immer weitere Polarisierung. Gewisse Leute scheinen die Welt brennen sehen zu wollen.Da gibt es im Motiv keinen Unterschied zu den rechten Schreihälsen, die mit Streamingkamera bewaffnet im Fahrwasser von Ulrich Siegmund Journalisten von „Welt“ und „Spiegel“ anbrüllen, anrempeln und mit allerlei Schmähungen überziehen, weil sie angeblich im Besitz der einzigen und ultimativen Wahrheit sind.Die Grenzüberschreitungen werden von den jeweiligen Nutznießern schweigend und wahrscheinlich mit großer Genugtuung in Kauf genommen. Der Schmutzwahlkampf der „Good Forces“ gegen die FDP hat jedenfalls zu keiner Distanzierung bei den roten und grünen Wahlkämpfern geführt. „Campact“ ist nach wie vor der natürliche Verbündete des linken politischen Lagers. Und Ulrich Siegmund winkt freundlich dem Hetzer zu, der brüllend Journalisten auf seinen Veranstaltungen angeht, und lobte ihn sogar vor einigen Wochen noch, obwohl ihm der Umgang und Charakter des Streamers nicht erst seit den jüngsten Ausfällen bekannt gewesen sein dürfte.In Sachsen-Anhalt werden die Fliehkräfte im Eiltempo immer größer und werden von allen Seiten befeuert. Eine Querfront-Brandmauer gegen den gesunden Menschenverstand, demokratisches Miteinander und rechtsstaatliche Prinzipien. Alle scheinen beschäftigter mit dem Errichten dieser Mauern, als sich mit der Frage zu beschäftigen, wer oder was eigentlich im Feuer steht. Deswegen ist es so wichtig, sich dem Wahnsinn von allen Seiten entgegenzustellen. Und zwar nicht so unbeholfen und unprofessionell wie die CDU.Ich glaube, die Sehnsucht nach Klarheit und gesundem Menschenverstand ist größer, als viele denken. Und mächtiger.Dafür kämpfe ich jedenfalls weiter. Bürgerrechte Demokratie Innenpolitik Justiz Wolfgang Kubicki Über den Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt.
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